B3: Richtige Übung macht den Meister

Kurzzeitiges Pauken verschafft manchmal gute Noten, aber kein gesichertes Wissen

  • Informationen müssen vom Kurzzeitgedächtnis ins Langzeitgedächtnis transportiert werden. Dies geschieht am besten wenn:
  • Der Lerngegenstand für den Lernenden von Bedeutung ist:
    • Dies bedarf der intensiven Beschäftigung
    • Förderlich ist die Verbindung mit bereits Bekanntem
    • „Aha-Erlebnisse“ helfen, das Gelernte im Gehirn zu vernetzen.( nach Timm, 2009 : 83)
  • Der Lerngegenstand sollte möglichst zur Mitarbeit aktivieren:
    • Fordern Sie aktive Mitarbeit und Mitdenken
    • Stellen Sie Mittel bereit, durch die das Kind die Außenwelt und die eigene Person erkunden kann.
    • „Anschauung“ und „Begreifen“ eröffnen wichtige Dimensionen des Lerngegenstands
    • Empfehlung: Die Buchreihe „Was ist was?“ hilft bei der selbständigen Weiterbildung des Kindes.
    • Ermutigen Sie das Kind zu Referaten, Präsentationen und zur Zusammenarbeit mit anderen.
    • Halten Sie sich an den Grundsatz von Maria Montessorie: „Hilf mir es selbst zu tun!“ ( nach Timm, 2009: 83)
  • Der Lerngegenstand muss anschaulich gemacht werden
    • Verbinden Sie kleine Geschichten oder Frage-Antwort-Spiele mit dem Sachverhalt
    • Antworten Sie kindgerecht, d.h. meist bildlich, erfahrungsbezogen oder emotional.
    • Bauen Sie „Eselsbrücken“.
  • Der Lerngegenstand muss im Schlaf verankert werden:

„Wer sich den Schlaf raubt, um zu lernen, der stört den im Kopf eingebauten Lehrmeister bei der Arbeit.“ (Manfred Spitzer/Hirnforscher)

  • Sorgen Sie für ausreichenden Schlaf.
    • Schränken Sie den Fernsehkonsum und die Computerspiele ein.
  • Weitere Möglichkeiten, den Lernstoff zu verankern:
    • Helfen sie Ihrem Kind, den „roten Faden“ zu finden.
    • Vermeiden Sie ein „Überlernen“ (zu langes Lernen).
    • Trainieren Sie mit Ihrem Kind, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden.
    • Vermeiden Sie Ablenkungen.
  • Nur durch Übung und Wiederholungen gelangt Erlerntes vom Kurzzeitgedächtnis zum Langzeitgedächtnis.
  • Wiederholung ändert die Stärke der Synapsen (Verbindungen der Nervenzellen), „vertiefte Gedächtnisspuren entstehen.
  • Wiederholungen ermöglichen Erfolgserlebnisse („Ich kann das“, „Ich habe es selbst geschafft“), die durch Dopamin-Ausschüttungen Glücksgefühle erzeugen.
  • Übungen benötigen zwei neurobiologische Stellschrauben (Prof. Bauer/Med./Psychol.)

Zwischenmenschliche Beziehungen: „Kinder und Jugendliche müssen durch Beziehungen begleitet werden, also von Interesse, Nachfrage, Ansporn und Forderung, von Kritik ebenso wie von Anteilnahme, Hilfe und Ermutigung.“

Resonanz: „Kinder müssen in der Spiegelung der Erwachsenen den Bildungsfunken wahrnehmen. Mittels dieser Resonanz werden Neugier und Begeisterung vom Erwachsenen auf das Kind übertragen.“

Hinweise für den erzieherischen und schulischen Alltag:

  1. Halten Sie das Kind zum nachhaltigen Lernen an. (Steter Tropfen höhlt den Stein)
  2. Geben Sie Hilfestellungen beim Vokabellernen. Fragen Sie Ihr Kind ab, auch in den Klassen 7,8,9.
  3. Raten Sie dem Kind vom „Überlernen“ ab.
  4. Lassen Sie den Stoff innerhalb von 24 und 48 Stunden, und in einem erneuten Intervall wiederholen.
  5. Lassen Sie das Kind beim Lernen Pausen einlegen.
  6. Lassen Sie das Kind die Übungspflicht zur Neigung machen.
  7. Wiederholen Sie Übungen zum Unterrichtsfach „Lernen lernen“, falls dieses an Ihrer Schule eingeführt ist.

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